Technologieorientiertes Unternehmertum (TEN)

 

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Professur für Technologieorientiertes Unternehmertum

Die Professur für Technologieorientiertes Unternehmertum von Herrn Univ-Prof. Hopp beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit Fragestellungen aus den Bereichen Venture Capital Finanzierung und Gründungsmanagement.

Im Mittelpunkt steht dabei die empirische Analyse strategischer Unternehmensentscheidungen, insbesondere im Gründungsprozess und bei Gründungsentscheidungen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt sind die organisatorischen Auswirkungen von Venture Capital Syndizierungen. Zu den genannten Themen hat die Professur eine Reihe von Artikeln in referierten internationalen und nationalen Zeitschriften publiziert. Das Handelsblatt führt Herrn Prof. Hopp in seinem aktuellen Ranking auf Platz 42 der „Top 100 Forscher unter 40“ und auf Platz 65 der „Top 100 Forscher aktuell“.

Der Großteil der wissenschaftlichen Arbeiten ist theoriegeleitet quantitativ empirisch ausgerichtet. Dabei soll hohes wissenschaftliches Niveau mit Praxisnähe verbunden werden. Die aktuellen umfassen insbesondere Arbeiten in den Bereichen:

  • Empirische Analyse strategischer Unternehmensentscheidungen, insbesondere im Gründungsprozess und bei Gründungsentscheidungen
  • Syndizierung von Venture Capital Finanzierung
  • Die Rolle von Business Plänen im Gründungsprozess

Empirische Analyse strategischer Unternehmensentscheidungen

Unternehmensgründer verfolgen potenziell profitable Investitionsmöglichkeiten.Ihre Anstrengungen sind hierbei durch ein hohes Maß an Unsicherheit und Mehrdeutigkeit geprägt, wobei sie eine Vielzahl von miteinander verknüpften Aufgaben zu strukturieren haben. Ein erhebliches Maß an unternehmerischer Entscheidungskompetenz ist daher notwendig, um die entsprechenden Gründungs-Aktivitäten zu wählen und erfolgreich durchzuführen. So wird unter den Bedingungen, die für einen Unternehmer gelten, eine bestimmte Tätigkeit von Vorteil sein, während unter den Bedingungen, die ein anderer vorfindet, eine größere Anstrengung notwendig ist. Die Entscheidungen die Unternehmer treffen (von Marketing, über Competitive Intelligence bis hin zu Business Plänen) sind endogen und somit selbst gewählt. Daher ist ein Vergleich der Auswirkungen dieser Entscheidungen problematisch. Nicht-konditionale Beobachtungen liefern keine Hinweise über die Vorteile einer Strategie. Um eine entsprechende empirische Auswertung der Sinnhaftigkeit von Aktivitäten im Gründungsprozess abzubilden, wenden wir verschiedene empirische Analyseverfahren an.

Syndizierung von Venture Capital Finanzierung

Neben dem Aufbau eigener Fähigkeiten bestimmt die Suche nach geeigneten Partnern das strategische Handeln von Firmen. Im Rahmen der Finanzierung von jungen Unternehmen lässt sich in den letzten Jahren verstärkt der Trend zur Syndizierung erkennen. Unter Syndizierung wird die Kooperation mindestens zweier Venture-Capital-(VC)-Geber verstanden, die Kapital für junge Wachstumsunternehmen bereitstellen. Studien zeigen, dass Syndizierung im Allgemeinen mit einer höheren Wertschöpfung für das finanzierte Unternehmen verbunden ist. Im Rahmen dieser Wertschöpfung kommt der Auswahl des geeigneten Partners für den betreuenden Lead-Investor (dem federführenden VC-Geber, der sowohl mehr Zeit als auch mehr Geld in das finanzierte Unternehmen investiert) eine besondere Rolle zu. Unsere Forschung untersucht auf der einen Seite die Partnerwahl im Bereich der Syndizierung als auch die Auswirkungen der Syndizierung auf Governance Strukturen und Unternehmensperformance.

Business Pläne im Gründungsprozess

Gumpert (2002) schätzt, dass 10 Millionen Unternehmer weltweit jedes Jahr einen Business Plan verfassen. Das sind mehr als die Anzahl der Geburten, Todesfälle und Scheidungen in den USA im Jahr 2008 (US Census 2012). Trotzdem gibt es deutliche Hinweise, dass viele neue Unternehmer darauf verzichten einen Businessplan zu schreiben. Ebenso scheinen sie die Notwendigkeit, solche Pläne zu schreiben nicht zu sehen. Die theoretischen Arbeiten in diesem Bereich weisen auf Unterschiede in der Wirksamkeit von Business-Plänen hin. Im Wesentlichen besteht erhebliche Unklarheit über den tatsächlichen Wert von Business-Plänen (im Großen und Ganzen definiert als das Dokumentieren, Sammeln und Analysieren von Informationen, um zukünftige Aufgaben, Risiken und Chancen zu identifizieren). Anstatt bis zu 200 Stunden Arbeit in des Erstellen von finanziellen Prognosen zu investieren und schriftlich einen Plan darzulegen (mit unklar definierten Zielen und Arbeitsschritten), schlagen einige Forscher vor, dass angehende Unternehmer sich eher darauf fokussieren sollten ihre Idee zu implementieren, anstatt ihre Ideen nur zu planen. Andere Studien hingegen lehnen diese "Just do it" Beratung ab und argumentieren stattdessen, dass Business-Pläne geeignet sind die Unternehmensgründer zu stimulieren um eine bessere Entscheidungsfindung herbeiführen zu können. Diese Unterschiede spiegeln zwei zentrale Fragen wider, die in der Literatur offen bleiben: 1) Welche Faktoren beeinflussen die Entscheidung einen formellen Business-Plan zu schreiben; und 2), was sind die Auswirkungen der Business-Plan Aktivitäten auf die Gründungswahrscheinlichkeit?

Unsere Analyse von 824 Unternehmensgründern unterstreicht zwei wichtige Ergebnisse: Firmengründer entscheiden sich aufgrund ihrer Charakteristika und Umgebung für oder gegen Planung, und in Reaktion auf externe finanzielle Bedürfnisse. Ebenso führt formale Planung am ehesten zu einer erfolgreichen Gründung und verhindert eine frühzeitige Aufgabe.

Lehrüberblick

Die Lehre der Professur soll Studenten mit einem Hintergrund in angewandter statistischer Datenanalyse im Bereich Unternehmertum ausstatten. Die Beantwortung wirtschaftlicher Fragestellung, wie die Wirksamkeit von Business-Plänen oder die Auswirkungen von Investitionen in das Humankapital auf zukünftigen unternehmerischen Erfolg sind für Forscher und Praktiker gleichermaßen von größter Bedeutung. Doch um dies sinnvoll tun zu können, ist ein solider Hintergrund in angewandter Statistik und Ökonometrie unerlässlich.

Die Studierenden sollen lernen, wann und wie sie diese statistischen Techniken verwenden, um wirtschaftliche Fragestellungen mit entsprechender Präzision zu beantworten. Der Inhalt der Kurse sollte den Studierenden ermöglichen ihre eigenen empirischen Projekte auszuarbeiten (z. B. eine Masterarbeit) oder die Konzepte im späteren Beruf einzusetzen.

Das Kursangebot umfasst:

Empirical Research in Organizations and Entrepreneurship: Dieser Kurs führt Studierende in die Replikation publizierter Studien auf Basis der Datensätze PSED I und PSED II. Mit modernen statistischen Methoden wird die Genauigkeit der Studien überprüft.

Advanced Methods in Empirical Entrepreneurship Research: Auf Basis aktueller „best Practice“ Studien sollen die Studierenden ihre eigenen empirischen Analysen erstellen und weiter entwickeln. Der Kurs orientiert sich am Publikationsprozess international referierter Zeitschriften.