Innovation und Entrepreneurship (WIN)

  Marcus Gerards

Lehre

Der Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften für Ingenieure und Naturwissenschaftler (WIN) unter der Leitung von Prof. Dr. Malte Brettel wendet sich mit seinem gründungsorientierten Lehrangebot in erster Linie an angehende Ingenieure und Naturwissenschaftler. In den einzelnen Lehrveranstaltungen werden Denkweisen und Konzepte erläutert und entwickelt, die hilfreich für die Begegnung mit kaufmännischen Herausforderungen im Berufsleben oder für den Weg in die Selbstständigkeit sind. Die Lehrveranstaltungen gewähren jedoch auch Studierenden der Fachrichtungen Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsingenieurwesen vielfältige Einblicke in das breite Themenspektrum der Gründungs- und Gründerforschung.

Neben der Vermittlung der theoretischen Grundlagen legt der Lehrstuhl WIN großen Wert auf die Praxisorientierung der Veranstaltungen. Interessante Beispiele von Unternehmen der verschiedensten Branchen sowie Gastvorträge hochkarätiger Referenten aus der Praxis bieten einen Blick über den Tellerrand der Theorie hinaus.

Die enge Verknüpfung von Theorie und Praxis  wird zudem sichergestellt durch das Gründerzentrum der RWTH, welches dem Lehrstuhl angegliedert ist. Mit seinem umfangreichen Förderangebot richtet es sich an junge Gründer sowie gründungsinteressierte Studenten.

Forschung

Ziel der Forschung am Lehrstuhl ist es, zu einem besseren Verständnis der Entstehung und der Entwicklung neuer Unternehmen beizutragen („Entrepreneurship“). Dies kann sich sowohl auf junge Start-ups als auch auf etablierte Unternehmen beziehen.

Der Lehrstuhl WIN pflegt Kooperationen mit ausländischen Universitäten, wie beispielsweise der Chulalongkorn University in Bangkok und der Gadjah Madha University in Yogyakarta. Gemeinsam erarbeitete Forschungsergebnisse werden auf zentralen Konferenzen (wie der Asia Academy of Management) und in hochrangigen wissenschaftlichen Journalen (wie dem Journal of International Marketing) vorgestellt.

Forschungsschwerpunkte

  • Entrepreneurial Marketing: Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Unternehmensgründungen besteht in einem zielgerichteten Marketing. Im Gegensatz zum Marketing in etablierten Unternehmen verfügen junge Unternehmen noch nicht über eigene Vergleichswerte; zudem steht ihnen typischerweise nur ein begrenztes Budget für ihre Marketing-Aktivitäten zur Verfügung. Entrepreneurial Marketing untersucht Besonderheiten des Marketings für junge Unternehmen und leitet Erfolgsfaktoren ab.
  • Entrepreneurial Finance: Einer der ältesten Forschungszweige im Bereich des Entrepreneurships ist Entrepreneurial Finance. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie junge Unternehmen ihre Aktivitäten finanzieren können. Insbesondere wird analysiert, welche Finanzierungsquellen existieren und wie sie sich von denen etablierter Unternehmen unterscheiden.
  • Entrepreneurial Innovation: Im Mittelpunkt unternehmerischen Handelns steht die Innovation. Neue Produkte oder Dienstleistungen ermöglichen überdurchschnittliche Wachstumschancen, jedoch bei nicht zu vernachlässigendem Risiko. Innovationstätigkeiten sind dabei allerdings nicht notwendigerweise auf junge Unternehmen beschränkt. Auch in etablierten Unternehmen können Innovationen entstehen.
  • Entrepreneurial Accountability: Der Lehrstuhl WIN erforscht – schwerpunktmäßig im Online-Geschäft –, inwiefern sich der Erfolg von Marketing-Aktivitäten messen lässt. In der Offline-Welt ist die Datenbasis oft nicht ausreichend, um Auswertungen über den Erfolg der Werbeaktivitäten zu erstellen. Online können beispielsweise anhand von Tracking-Systemen sehr genaue Datenbasen erstellt werden, die detailliert Auskunft darüber geben, wie sich potentielle Kunden verhalten. Es lässt sich feststellen, über welche Werbekanäle sie auf das Online-Angebot kommen und welchen „Weg“ sie im Online-Angebot nehmen.
  • Kulturvergleichende Studien: Der Lehrstuhl WIN beschäftigt sich seit einiger Zeit mit kulturvergleichenden  Studien. Methodisch wird dazu ein großzahliger empirischer Ansatz verfolgt. Der Lehrstuhl WIN pflegt Forschungskooperationen mit ausländischen Universitäten, schwerpunktmäßig in Asien (wie der Chulalongkorn University in Bangkok, der Gadjah Madha University in Yogyakarta und der Tongji University in Shanghai. Derzeit werden weitere Kooperationen aufgebaut und Datenerhebungen in weiteren kulturellen Kontexten (wie Japan und den USA) durchgeführt.