IRS Valerie Starke

 

Mittwoch, 9. Mai 2018, 12:15 Uhr, TIM Social Area

  Valerie Starke

Wie sich kognitive Systeme auf die Veränderung des Geschäftsmodells auswirken

Kürzlich erfährt die Individuelle Sichtweise in Forschungen zu Business Model Innovation eine gesteigerte Aufmerksamkeit. Aus einer kognitiven Perspektive verwenden Manager Darstellungen des Geschäftsmodells der Firma – einem Geschäftsmodell-Schema – als kognitives Mittel bei ihrer Entscheidungsfindung (Aversa, et al., 2015). Solche kognitiven Schemen repräsentieren komplexe Aktivitäten in einer sparsamen, vereinfachten Form und beeinflussen die Informationsverarbeitung durch Vereinfachungen sowie Filterung. Durch diese selektive Aufmerksamkeit tendieren Manager dazu, Informationen die mit ihrem aktuellen Geschäftsmodell übereinstimmen wahrzunehmen und alle Informationen, die nicht damit übereinstimmen, zu ignorieren. Bedrohungen von außerhalb auf das Geschäftsmodell eines Unternehmens (z.B. neue Technologien, Digitalisierung) sind Informationen gehören zu inkongruenten Informationen, welche zu spät für eine angemessene Reaktion wahrgenommen werden. In unserer Forschung untersuchen wir, wie und unter welchen Umständen Unternehmen Chancen proaktiv ergreifen können um ihr Geschäftsmodell zu innovieren. Zwei bewusste mentale Tätigkeiten, analogische Argumentation und konzeptionelle Kombination, erlauben Managern ihre Aufmerksamkeit zu inkongruenten Informationen zu lenken und ihr existierendes Geschäftsmodell strategisch zu modifizieren. Überdies setzen wir voraus, dass das psychologische Kapital der Manager (Hoffnung, Selbstwirksamkeit, Optimismus und Belastbarkeit) sich auf die Veränderung des resultierenden Geschäftsmodells auswirkt (von inkrementell zu radikal). Positives psychologisches Kapital reflektiert eine individuelle Ressource, die messbar und offen wir entwicklung ist und die für eine effektivere Arbeitsleistung verwaltet werden kann (Luthans, 2004, p.47). Da positives psychologisches Kapital den Einzelnen sicherer macht, erwarten wir, dass Manager mit hohem positivem psychologischem Kapital ihr kognitives Schema schneller und effektiver ändern.

Zur Überprüfung unserer Hypothesen führen wir eine quasi-experimentelle Designstudie durch. Unsere Forschung trägt dazu bei, erfolgreiche Geschäftsmodellinnovationen zu erklären. Die kognitive Perspektive ist ein vielversprechender Ansatz für Unternehmen, ihr Geschäftsmodell strategisch zu erneuern.

Valerie Starke