Open innovation and organizational alignment : a contingency analysis of external search strategies for innovation performance

  • Open Innovation und organisationale Anpassung : eine Kontingenzanalyse externer Suchstrategien für Innovations-Performance

Wagner, Philipp; Piller, Frank Thomas (Thesis advisor)

Aachen : Publikationsserver der RWTH Aachen University (2013)
Doktorarbeit

Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2013

Kurzfassung

Die systematische Nutzung externen Wissens für Innovationszwecke - Open Innovation - hat in den letzten Jahre große Aufmerksamkeit in Forschung und Unternehmenspraxis erfahren. Eine Vielzahl an Untersuchungen hat gezeigt, dass Unternehmen großen Nutzen erzielen können, wenn sie außerhalb der Unternehmensgrenzen nach innovationsrelevantem Wissen und Ideen suchen. Eine Konzeptualisierung von Open Innovation, ist die Differenzierung der externen Suchaktivitäten von Unternehmen in Breite und Tiefe der Suche. Die bestehende Literatur bestätigt weitgehend, dass die Innovationsleistung mit zunehmender Offenheit, also breiterer oder tieferer externer Suche steigt, diese positiven Effekte jedoch begrenzt sind und Offenheit einen U-kurvenförmigen Einfluss auf Innovationsleistung hat (Deeds und Hill, 1996; Duysters und Lokshin, 2011; Katila und Ahuja, 2002; Knoben und Oerlemans, 2010; Laursen und Salter, 2006; Rothaermel und Deeds, 2006). Unternehmen können ihre Innovations-Performance verbessern, indem sie ihre Wissenssuche auf eine größere Anzahl externer Quellen richten. Mit zunehmender Offenheit verringern sich aber die positiven Effekte, Offenheit hat also abnehmende Grenzeffekte im Hinblick auf Innovationsleistung (Laursen und Salter, 2006). Vorhergehende Untersuchungen haben nahe gelegt, dass Unternehmen das Wissen, welches sie extern generieren, vollständig aufnehmen und integrieren müssen, um dessen Potenzial auch vollständig realisieren zu können (Cohen und Levinthal, 1990). Die Leistungseffekte, die Unternehmen über eine externe Wissenssuche erzeugen können, hängen also von den firmeninternen Bedingungen ab, externes Wissen zu suchen, zu verarbeiten und zu nutzen (Lichtenthaler, 2011:88). In diesem Zusammenhang beschreibt die bestehende Literatur die Relevanz von Strukturen, Prozessen und kulturellem Kontext eines Unternehmens oder auch den Einsatz bestimmter unterstützender Werkzeuge und Mechanismen, als wichtige Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung von Open Innovation (Chesbrough und Crowther, 2006; Dodgson et al., 2006; Sakkab, 2002). Jedoch ist die empirische Evidenz gering und aktuelle Forschungsaufrufe fordern eine weitergehende dedizierte Untersuchung der Anwendungsvoraussetzungen und -bedingungen von Open Innovation (Bianchi et al., 2011; Dahlander und Gann, 2010; Lichtenthaler, 2011; Van de Vrande et al., 2010). Meine Arbeit greift dieses Defizit auf und untersucht, wie Organisationen ihre externen Suchaktivitäten unterstützen können, um die entsprechenden Effekte für Innovations-Performance zu verbessern. Die Arbeit untersucht im Spezifischen und auf Grundlage einer kontingenztheoretischen Perspektive, wie Firmen ihre Strukturen, ihre Kultur und ihre Innovationsstrategien an die genutzten Suchstrategien anpassen müssen. Damit leistet die Arbeit einen Beitrag zur Forschung im Innovationsmanagement über die Identifikation möglicher Moderationselemente für die Beziehung von Offenheit und Innovationserfolg. Es werden verschiedene Hypothesen im Hinblick auf die Innovationseffekte externer Suche und der jeweiligen Moderationseffekte von Organisationsstruktur, Organisationskultur und der verfolgten Innovationsstrategie untersucht. Grundlage ist ein Datensatz von 370 Unternehmen, der in einer Umfrage in der deutschen verarbeitenden Industrie gewonnen wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen durch eine Ausrichtung ihrer Organisation, über einen wesentlichen Hebel verfügen, die Potenziale, die sich aus externer Suche generieren lassen, zu verbessern. Insbesondere die Formalisierung von Prozessen und Vorgehensweisen, die Integration der Suchaufgabe mit anderen Aktivitäten - im Gegensatz zur spezialisierten, differenzierten Organisation und die Unterstützung der Wissensnutzung durch eine kommunikations-orientierte Unternehmenskultur, fördern die Innovationseffekte externer Suchaktivitäten.

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