Organizing collaborative innovation : studying the process of intermedieries for open innovation

  • Organisation von kollaborativen Innovationsvorhaben : Untersuchungen zum Prozess anhand von Intermediären für Open Innovation

Diener, Kathleen; Piller, Frank Thomas (Thesis advisor); Brettel, Malte (Thesis advisor)

Aachen : Publikationsserver der RWTH Aachen University (2015)
Doktorarbeit

Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2014

Kurzfassung

Diese Dissertation befasst sich mit Kooperationsformen im Bereich Innovationsmanagement. Ziel der Arbeit ist zum einen die Abgrenzung von Zusammenarbeit im Rahmen des Open Innovation Konzepts gegenüber klassischen Zusammenarbeitsformen und zum anderen die Analyse organisationaler Aspekte, welche für die Durchführung von Zusammenarbeit notwendig sind. Die beiden Konzepte Kooperation und Innovation sind stark miteinander verbunden. Relevantes Wissen, insbesondere in technologieintensiven Umfeldern, liegt dabei oft verteilt und immer öfter nicht innerhalb des eigenen Unternehmens vor. Daher sind insbesondere externe Quellen für den Innovationsprozess von Bedeutung. Dies führt zu einer Verschiebung des Ursprungs von Innovationen aus dem Unternehmen heraus hinein ins Netzwerk. Mit der Einführung des Open Innovation Konzepts durch Chesbrough (2003) erlebte das Thema Zusammenarbeit eine Renaissance. Das Konzept erfährt eine Ausdehnung über die inter-organisationale Kooperation hinaus. Weitere externe Akteure wie Universitäten, Kunden, Wettbewerber werden als mögliche Interaktionspartner in Betracht gezogen. Die wissenschaftliche Relevanz des Themas Open Innovation zeigt sich unter anderem besonders im exponentiellen Anstieg von Publikationen in diesem Bereich. Es besteht ein gesteigertes Interesse darin, zugrundeliegende Zusammenhänge zwischen Open Innovation und Innovationsleistung zu verstehen. Jedoch ist ein besseres Verständnis aktueller Open Innovation Praktiken durch die konzeptionelle Mehrdeutigkeit behindert. Diese konzeptionelle Mehrdeutigkeit zu beheben, sehen Forscher als eine wesentliche Aufgabe aktueller Forschung. Darüber hinaus besteht Einigkeit über vorliegende Forschungslücken bzgl. der Organisation und den daraus resultierenden Kosten von Open Innovation. Insbesondere Kosten für Koordination von Open Innovation Projekten sind für die Erfassung des Gesamtnutzens sowie zur situativen Bewertung von Open Innovation notwendig. Diese Arbeit greift die dargestellten Forschungslücken auf und versucht die Frage nach der Organisation von Open Innovation Kooperationen mit Hilfe der Theorie des organisationalen Lernens und des ressourcenorientierten Ansatzes zu beantworten. Der Fokus der Arbeit liegt dabei auf den Innovationsbeziehungen, die einen stärker verteilten Innovationsprozess beschreiben. Es werden drei Studien zur Beantwortung der folgenden Forschungsfragen durchgeführt. (1.) Worin unterscheiden sich neue Kooperationsformen von klassischen Formen der Zusammenarbeit auf den Dimensionen Formalität und Proximität? (2.) Was sind vorteilhafte Organisationsstrukturen bei der Zusammenarbeit mit externen Akteuren? (3.) Wie gestaltet sich das Funktionsprinzip hinter Open Innovation? Die Befragung von Open Innovation Intermediären bildet die empirische Grundlage der Arbeit. Informationen aus zwei aufeinanderfolgenden, eigens durchgeführten Marktstudien sind in die Analysen eingegangen. Die Analyse hat grundsätzlich ergeben, dass die Organisation der Zusammenarbeit im Bereich Forschung und Entwicklung durch das Zusammenspiel zweier Dimensionen beschrieben werden kann: den Grad der Formalisierung und den Grad der Nähe. Open Innovation Kooperationsformen werden dabei als informale und von der Unternehmensgrenze weiter entfernt stattfindende Zusammenarbeitsformen klassifiziert. Die Ergebnisse der Einzelstudien vertiefen das Verständnis des abgeleiteten Rahmenkonzepts. Die erste Studie gibt einen Überblick über Kooperationsformen, die unter das Open Innovation-Verständnis fallen und grenzt diese gegenüber klassischen Zusammenarbeitsformen ab. Ein Interaktionsmodell des Wissenstransfers bildet den konzeptionellen Rahmen für diese Betrachtung. Des Weiteren gelingt die Ableitung von Facetten, die zu einer differenzierenden Beschreibung von Offenheit sowie zur Unterscheidung von Kooperationsformen dienen können. Eine zweite Studie analysiert den Zusammenhang zwischen externer Wissensbeschaffung und Organisationsstrukturen der Informationsverarbeitung. Das konzeptionelle Modell nimmt an, dass der Wissenstransferprozess die Beziehung zwischen Kollaboration und Koordination mediiert. Der Mediationstyp (partiell vs. vollständig) gibt Auskunft über die Modularisierung des Wissenstransferprozesses. Die dritte Studie untersucht zum einen das Verständnis von Open Innovation und zum anderen wie Open Innovation-Methoden gruppiert werden können. Grundsätzlich können die Methoden bzgl. der zu generierenden Informationsart und des Mechanismus, wie die Interaktion initiiert wird, beschrieben werden. In den ableitbaren Bezugsrahmen lassen sich in Abhängigkeit der Kollaborationsform und der Offenheit der Suche sechs Open Innovation-Methoden, wie verschiedene Wettbewerbe, Workshops oder Marktforschungsansätze, einsortieren.

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