Controlling in jungen, innovativen Wachstumsunternehmen : eine rationalitätsdefizitorientierte Analyse wesentlicher Probleme

  • Controlling in young, innovative, growing enterprises : a rationality-gap based analysis of crucial problems

Langenberg, Georg Johannes; Brettel, Malte (Thesis advisor)

Aachen : Publikationsserver der RWTH Aachen University (2008)
Doktorarbeit

Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2008

Kurzfassung

Junge, innovative Wachstumsunternehmen (JIWU) haben in den letzten Jahren die Aufmerksamkeit der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung verstärkt auf sich gezogen. Unternehmensgründung ist nach wie vor mit einem hohen Risiko behaftet und nur jedes fünfte gegründete Unternehmen wird älter als 10 Jahre. Zwar gehört das Scheitern von Unternehmen zu einem Prozess der natürlichen Auslese, jedoch bedeutet jedes gescheiterte Unternehmen einen volkswirtschaftlichen Verlust. Die Gewinnung von Erkenntnissen, die das Überleben einer größeren Zahl von JIWU fördern, ist somit von hoher praktischer Relevanz. Verschiedene Arbeiten zeigen, dass es vielfach Fehlentscheidungen des Managements sind, die zum Scheitern von Unternehmen führen. Fehlentscheidungen auf verschiedenen Ebenen des Unternehmens zu verhindern, d.h. die Rationalität der Unternehmung zu sichern, ist die Hauptaufgabe von Controlling, wie es in dieser Arbeit verstanden wird. Da in der Literatur eher die Probleme junger innovativer Unternehmen beschrieben werden als konkrete Rationalitätsdefizite, setzt die Arbeit bei den Problemen junger innovativer Unternehmen an. Der Autor ermittelt empirisch, von welchen Problemen eine signifikant negative Erfolgswirkung ausgeht. Für wesentliche Probleme wird auf sachlich-analytischem Wege hergeleitet, ob ihnen Rationalitätsdefizite ursächlich zugrunde liegen. Die so entdeckten Rationalitätsdefizite werden dahingehend untersucht, wie ihnen rationalitätssichernd begegnet werden kann. Die Ergebnisse zeigen, dass sich fast alle wesentlichen Probleme von JIWU auf Rationalitätsengpässe zurückführen lassen, und dass sich die meisten davon durch rationalitätssichernde Maßnahmen eindämmen oder beheben lassen. Die Untersuchung ergibt jedoch auch, dass JIWU bei der Ergreifung rationalitätssichernder Maßnahmen vielfach auf externe Unterstützung angewiesen sind. Die Untersuchung liefert Hinweise darauf, dass viele JIWU noch kein Bewusstsein für die wesentlichen Probleme haben, denn es zeigte sich, dass sich kaum eines der von vielen Unternehmen als schwerwiegend bezeichneten Probleme sich auch als signifikant erfolgsschädigend erwies. Vielfach, insbesondere in sehr frühen Unternehmensphasen, kann es daher sogar nötig sein, dass der Anstoß zur Ergreifung rationalitätssichernder Maßnahmen von außen kommt. Die Rationalitätssicherung nimmt dann eher die Form eine externen Coachings als eines internen Controllings an.

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